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Just enjoy the show

Auftritt der Musik-und Tanz-AG in der Staatskanzlei

Es ist schon ein wenig her, dass die Musik-und Tanz-AG eine Anforderung von einem außerschulischen Veranstalter erhalten hat, einen künstlerischen Beitrag für eine breitere Öffentlichkeit zu präsentieren. Zuletzt 2009 anlässlich des Jubiläums Hundert Jahre Rangierbahnhof Wustermark und im gleichen Jahr bei unserem Sponsor, der GWV, in Ketzin.

Am 22. November 2012  hatte uns der Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg während des AIDS-Präventionstages besucht und einen Vortrag über die Strafverfolgung von Homosexuellen gehalten. Musikalisch und tänzerisch umrahmt, wurde dieser Präventionstag mit Beiträgen der Musik-und Tanz-AG, die den Justizminister derartig beeindruckten, dass er die Teilnehmerinnen spontan zum traditionell stattfindenden Osterbasar ins Justizministerium eingeladen hat. Er meinte, dass die Akteure eine Ausstrahlung vorwiesen, die er bei mancher Profiband vermisse. Dieses Phänomen kennt man häufiger bei Jugendorchestern, die zwar nicht immer auf höchstem technischem Niveau dafür aber mit einem ansteckenden Feuereifer zu musizieren wissen. Natürlich sagte Frau Menzel zu dieser Anforderung nicht nein; im Gegenteil, alle Mitglieder der AG freuten sich über die schmeichelhafte Einladung.

Eine Einladung in das Justizministerium, das sich in der Staatskanzlei in Potsdam befindet, ist das eine. Wie aber bekommt man 16 Musiker, Sängerinnen und Tänzer von Elstal nach Potsdam und wie gelangt die Veranstaltungstechnik nebst Instrumente dorthin? Das war eine andere Frage. Frau Schneider, die Sekretärin des Justizministers, ließ uns wissen, dass der Osterbasar am 13. März stattfinden sollte und dass wir zwei kurze Auftrittsrunden mit jeweils 20 Minuten gestalten könnten. Die logistischen Fragen klärten wir ebenfalls mit Frau Schneider, die sich sogar bereit erklärte, die Schülergruppe vom Bahnhof abzuholen und zur nahe gelegenen Staatskanzlei zu begleiten. Die Veranstaltungstechnik fand Platz im Kirchenbus der Kirchengemeinde Wustermark, und so fieberten wir dem bevorstehenden Auftritt entgegen.

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Die AG-Teilnehmer waren bislang nur auf einer Bühne aufgetreten und aus diesem Grund auch gewohnt, dass das Publikum in Ruhe und mit Interesse ihre Beiträge verfolgt. Das war hier allerdings weniger der Fall. Der Auftritt fand im großen Foyer der Staatskanzlei statt, das angefüllt war mit Verkaufständen der verschiedenen Strafvollzugsanstalten, die dort ihre kunstgewerblichen Produkte der Beamtenschar des Hauses anboten. Es herrschte ein ständiges Gebrabbel, so dass sich sogar der Justizminister, der die Veranstaltung eröffnen wollte, erst mit einem entschlossenen „Silenzium“ Gehör verschaffen musste. (Für Nichtlateiner: Das ist kein chemisches Element; es handelt sich um ein Nomen, das schlicht und ergreifend Ruhe heißt.).

Mit einer derartigen Hintergrundrauschkulisse hatten wir natürlich nicht gerechnet. Aber nun waren wir mal hier und mussten eben wie echte Profis mit dieser Situation umgehen. Das Ding wird also durchgezogen. Schade war natürlich, dass weite Teile der Moderation bei dieser Geräuschkulisse ihre Wirkung einbüssten und dass auch die Instrumentalsolisten mit ihren Stücken große Mühe hatten, den störenden Geräuschteppich zu durchdringen.
Dennoch: Qualität setzt sich durch! Elena spielte ihren Walzer so gut wie nie; man hatte den Eindruck, dass die misslichen Umstände sie geradezu in ihrem Eifer beflügelten. Die Tänzerinnen mit ihrem Bravourstück aus „König der Löwen“  hatten nach kurzer Zeit das Publikum in ihren Bann gezogen, so dass immer mehr kauflustige Ministeriumsmitarbeiter den engen Kreis um die Musikgruppe bevölkerten und interessiert das Geschehen verfolgten.
Das Publikum sparte dann auch nicht mit Beifall, und es gab viele anerkennende Worte von den Umstehenden.
Nach einer kurzen Verschnaufspause starteten wir in den zweiten Durchgang, der von den Nebengeräuschen sich als erträglicher gestaltete, weil die Schar der Kauflustigen sich merklich ausgedünnt hatte und nun die wirklich Interessierten sich um die Musikgruppe postierten. Die bange Frage stand im Raum, kommt Tobias Konzertstück auf der Gitarre bei dieser problematischen Akustik überhaupt zur Geltung? Er spielte präzise und hoch konzentriert, was das Publikum spontan mit Beifall quittierte.

Die beiden Gesangstücke „In the deep“ (Adele) und „My umbrella“ (Rihanna), die von Angelina, Chantal, Marline, Sabrina und Sophie vorgetragen wurden, überzeugten das Publikum, und  es sparte folglich nicht mit Anerkennung, so dass die Teilnehmer sich am Ende mit der  insgesamt schwierigen Situation versöhnen konnten.

Wir hatten eben eine ganz neue Erfahrung machen müssen, die Profis aus ihrem Künstleralltag nur zu Genüge kennen. Die Kunst ist manchmal eben nur ein schmückendes Beiwerk. Aber ohne dieses Beiwerk fehlt jeder Veranstaltung der Glanz. Die Musik-und Tanz-AG hat ganz gewiss außerordentlich geglänzt und dem gemeinnützigen Osterbasar das Licht von etwas Besonderem verliehen.

Elstal, den 18.03.2013