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Zwischenrunde des Vorlesewettbewerbs (Klasse 10)

Zum ersten Male hatten sich derartig viele Kandidaten für den Vorlesewettbewerb gemeldet, dass die Zwischenrunde auf zwei Runden aufgeteilt werden musste. Nicht alle Kandidaten konnten nach Markee, unserer Partnerschule im Havelland, mitgenommen werden, wo seit einigen Jahren die Zwischenrunde durchgeführt wird.

Am 26.März fand nun der zweite Teil der Zwischenrunde an unserer Oberschule statt. Es lasen zu diesem Anlass lediglich Schüler der Jahrgangsstufe zehn, und zwar Luisa Euent 10b, Dunja Dräger 10b, Bianca Grzegorek 10a, Lisa Rusche 10a und Michael Zeth 10a.
Luisa und Bianca waren bislang bei allen Wettbewerben immer im Finale vertreten. Aber auch die anderen Kandidaten konnten in jedem Wettbewerbsjahr zumindest bis zur Zwischenrunde kommen.
Drei Kandidaten/innen sollten in den Entausscheid am 16.April kommen. In diesem Jahr haben es Luisa, Bianca und Lisa geschafft. Die 10 a ist also im Finale mit zwei starken Vorleserinnen gut vertreten.
Luisa hatte am Freitag zwar einen Platz im Finale ergattert, wies allerdings nicht ihre Bestform vor. Zum Finale hin muss sie ihre Leistung noch erheblich steigern, um gegenüber den sehr guten Vorleserinnen aus der Klasse 7a (Sarah, Kim, Sabrina) bestehen zu können. Der Erfolg ist vor allem eine Frage der ernsthaften Vorbereitung!
Ähnliches gilt für Lisa, bei der es sehr wohl darauf ankommt, dass sie für das Finale einen Text auswählt und vorbereitet, der ihrem Temperament entspricht: Einen satirischen Text mit viel hintergründigem Humor, der den Leser bzw. Zuhörer zum Schmunzeln bringt.

In diesem zweiten Teil der Zwischenrunde schnitt Bianca mit am Besten ab. Es war bewundernswert zu hören, mit welcher Leichtigkeit sie einen ihr nahezu unbekannten Text zu einem lebendigen Hörerlebnis brachte. Sie liest nicht zu schnell noch zu langsam, eine angenehme Stimme, die sie geschmeidig an die Situationen des Textes anzupassen weiß.
Wäre am 26. März das Finale gewesen, Bianca hätte garantiert einen der drei ersten Plätze errungen.

Für Dunja Dräger war es schade, nicht das Finale erreicht zu haben. Sie war sehr nah an Lisa dran; es fehlten ganz wenige Punkte. Sie hat ebenfalls eine sehr wohltuende Lesestimme, und wer ihr beim Theaterspielen im Rahmen der Theater-AG schon einmal zugeschaut hat, der weiß, dass in ihr ein feuriges Temperament schlummert. Leider hat sie sich während ihres Vorlesebeitrag zu häufig verhaspelt. Besonders das Wort „hypnotisieren“ entwickelte in ihrem Munde ein Eigenleben und verwandelte sich zu einer neuen Wortschöpfung: Hipnotiti.
Schade, schade, denn für Dunja gibt es keine Chance mehr. Sie wird hoffentlich mit einem guten Schulabschluss im Juli die Oberschule verlassen.

Michael Zeth, der in der Vorrunde mit einer hervorragenden Leseleistung aufgefallen war, und man ihm aus diesem Grund schon einen Platz im Finale zugetraut hätte, kam mit dem Pflichttext nicht gut zurecht. Es war ganz offensichtlich, dass der Text ihm inhaltlich nichts Anregendes bieten konnte. Es fehlten dramatische Dialoge, die er wie bei der Vorrunde sehr ansprechend und stimmlich überzeugend hätte in Szene setzen können. Wiederum schade!
Zumindest hat er die Genugtuung, dass er am Ende des Schuljahres die Oberschule Elstal mit einem ordentlichen Abschluss verlassen wird.

Mit einer richtigen Neuheit konnte der zweite Teil der Zwischenrunde auf sich aufmerksam machen: Bislang war die Schulöffentlichkeit daran gewöhnt, Julian Stähle von der 10b als Moderatoren in Erscheinung treten zu sehen. Da Julian ebenfalls Absolvent der zehnten Klasse ist, sind seine Tage als Moderator an unserer Oberschule gezählt. Es kommt also darauf an, dass rechtzeitig fähige Nachfolger/innen für diese bald vakante Funktion gefunden und auf ihr Betätigungsfeld eingearbeitet werden. Dieses Mal soll auch der Fehler vermieden werden, diese Funktion im wesentlichen nur für eine Person zu reservieren.

Mit Sabrina Nowak und Sophie Wolf, beide Schülerinnen der Klasse 7a, glauben Herr Kupfer und Herr Stängle zwei würdige Nachfolgerinnen für Julian gefunden zu haben. Es gibt noch eine dritte Person, die für diesen Posten in Frage kommt. Während des kurzen Begrüßungsprogramm für den Bildungsministers (26.02.2010) ist uns Jasmin Donth 8b mit ihrer sehr starken Bühnenpräsenz aufgefallen. Sie hat sich auch schon bereit erklärt, bei Gelegenheit als Moderatorin zu fungieren. Das ist eine sehr gute Entscheidung, denn nun lastet diese Aufgabe nicht mehr nur auf einer Schulter, sondern kann bei Bedarf auf mehrere fähige und mutige Schülerinnen verteilt werden. (Warum nur Madchen als Moderatorinnen?)

Sabrina und Sophie absolvierten ihre Aufgabe blendend. Sie hatten das Buch, aus dem die Jury die Vorlesetexte gewählt hatte, vorzustellen. Daneben galt es auch den Autor und die fünf Vorleser einem fiktiven Publikum bekannt zu machen. Sie entwickelten unter Anleitung ihres Tutors Julian aus dem Klappentext des Buches einen Dialog, den sie erfrischend frech und recht überzeugend vortrugen. Sabrina stolperte nur über Biancas Nachnamen. Das war etwas verwunderlich, da Sabrinas „Muttersprache“ polnisch ist. Sie nahm das Missgeschick aber gelassen und deutete es sogar zu ihren Gunsten um. Sie stellte nämlich mit sichtlicher Zufriedenheit fest, dass das „Polnische“ beim Vorlesewettbewerb gut vertreten sei mit ihr und Bianca Grzegorek als Finalteilnehmerinnen. (Sabrina ist ebenfalls Finalistin und wird deshalb am 16. April nicht die Moderation übernehmen können.)

Gesagt wurde noch nicht, aus welchem Buch vorgelesen worden ist: Die Vorlesebeiträge wurden dem neuesten Band von Wladimir Kaminer „Meine russischen Nachbarn“ (Wer Russen als Nachbarn hat, braucht keine Freunde mehr) entnommen. Kaminer ist Russe, schreibt aber ausschließlich auf Deutsch. Ich kann seine kurzen Geschichten nur empfehlen. Sie sind sehr humorvoll geschrieben. Nicht zum Brüllen komisch, eher mit einem hintergründigem Humor, der den Leser/Zuhörer zum Schmunzeln bringt. Genussvoll spielt er mit den Vorurteilen, die Deutsche im Allgemeinen Russen gegenüber pflegen, aber er ist auch nicht blind, was die Marotten seiner eigenen Landsleute anbelangt. Kaminer tut damit sehr viel für die „Völkerverständigung“, und das kommt offenbar auch beim deutschen Publikum sehr gut an, denn seine Bücher stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten!

Na, fehlt noch ein passendes Ostergeschenk? Wie wär’s mit Kaminers „Meine russischen Nachbarn“?

Elstal, den 27. März 2010

G.Stängle